Sauberes Wasser im Krankenhaus, elektrisches Licht in der Schule – aus einer privilegierten deutschen Sicht klingt das selbstverständlich, doch diese Dinge sind außerhalb von Europa nicht der Standard. Der Verein SEWA arbeitet mithilfe von Solartechnik daran, dies in und um Burkina Faso zu verändern.

Solarenergie für Krankenhäuser und Schulen

Im Vordergrund der Projektarbeit von SEWA steht die Ausstattung von burkinischen Krankenstationen mit Solaranlagen, um diese mit Strom auszustatten. Denn dort mussten vorher Patient_innen nach Einbruch der Dunkelheit ohne Licht, im Licht von schwachen Taschenlampen oder gar von gesundheitsschädlichen Petroleumlampen versorgt werden.

Nun hat das Personal auch abends und nachts genug elektrisches Licht zur Verfügung, um den Menschen die bestmögliche Versorgung anzubieten.  

Einen weiteren wichtigen Teil der Projekte macht die Versorgung von Schulen mit Storm über Solaranlagen aus. Diese ist so wichtig, da es in Burkina Faso schon früh dunkel wird und die Schule außerdem auch abends ein wichtiger Ort für Schüler_innen ist. Die Kinder und Jugendlichen machen dort abends ihre Hausaufgaben, Lehrer_innen bereiten in dieser Zeit die Unterrichtsmaterialien für den nächsten Tag vor. Darüber hinaus müssen die Räume beleuchtet werden, damit auch die Dorfbevölkerung abends dort beispielsweise Alphabetisierungskurse für Erwachsene oder andere Veranstaltungen besuchen kann. Eine Photovoltaikanlage, die SEWA anbringt, kann ein oder zwei Klassenräume zuverlässig jeden Abend für bis zu sechs Stunden beleuchten.

Neue Arbeitsplätze durch SEWA

Seit der Gründung im Jahr 2000 hat SEWA nicht nur für die Errichtung von zahlreichen Solaranlagen gesorgt, sondern auch die Ausbildung vor Ort ermöglicht. Dieses Bildungsangebot von SEWA vermittelt Wissen in Bezug auf die Entwicklung und Produktion von Solargeräten.

Dadurch ist gewährleistet, dass die Technik vor Ort selbstständig genutzt werden kann sowie Arbeitsplätze in diesem Bereich geschaffen werden. Außerdem basiert auch die Projektarbeit von SEWA darauf, dass stets zwei festangestellte Mitarbeiter_innen aus Burkina Faso für den Verein arbeiten. Ständig vor Ort im Büro in Ouagadougou sind die burkinische Buchhalterin und der Projektleiter Amed Wilfried Toe, der für die operative Planung und Koordinierung der Projektumsetzung verantwortlich ist. Ebenso beauftragt der Verein Unternehmen vor Ort mit den anstehenden Arbeiten, um auch bei diesem Schritt den Nutzen für die Gemeinden sicherzustellen.

Zusammenarbeit mit lokalen Partnern

Einer der lokalen Partner ist das Unternehmen Microsow, welches auch die solartechnischen und elektronischen Tätigkeiten übernimmt. Diese Firma schaffte es, die Kontakte zu anderen dort ansässigen Betrieben herzustellen. Auch das Unternehmen für das aktuelle Projekt, der Bau eines Solarbrunnens, konnte auf diesem Weg rekrutiert werden. Dieser Brunnen wird zukünftig die Wasserversorgung einer Krankenstation  absichern. Die Bohrarbeiten starteten bereits, jedoch muss tiefer gebohrt werden als gedacht, um Wasser zu finden.  Der erste Versuch mit einer 80 m tiefen Bohrung brachte leider keinen direkten Erfolg, deshalb beim nächsten Mal noch tiefer gebohrt werden.

Eine zuverlässige Versorgung mit sauberem Wasser ist für die Krankenstation essenziell. Im Moment muss das Wasser aus dem Brunnen im nächsten Dorf geholt werden. Ein eigener Brunnen wird die Arbeit sehr erleichtern.

Amed Wilfried Toe

Projektleiter, SEWA

Radeln für den guten Zweck

Den Bau des solar betriebenen Brunnens inklusive der Bohrungen finanzierte die UmweltBank durch eine Spende im Rahmen der Aktion Banker on Bike mit. Seit fast 20 Jahren treten die Mitarbeiter_innen für einen guten Zweck in die Pedale. Denn für jeden geradelten Kilometer Arbeitsweg spendet die grüne Bank einen Euro an ökologische und soziale Projekte. 2021 kamen so 7.500 Euro für SEWA zusammen.