Nachhaltig ausgerichtete Produkte, wie z.B. Investmentfonds, müssen sich auch in puncto Wertentwicklung schon längst nicht mehr hinter ihren konventionellen Pendants verstecken. Selbst in der Corona-Krise performten nachhaltige Investmentfonds besser, was aktuelle Analysen von BlackRock, Amundi oder Feri belegen.

Trotz der wachsenden Bedeutung führen Investmentfonds mit nachhaltigem Anlagefokus nach wie vor ein Nischendasein. Deren Marktanteil lag in Deutschland im vergangenen Jahr gerade einmal bei 5,4 Prozent, informiert der aktuelle Marktbericht des Forums für Nachhaltige Geldanlage (FNG). Gleichzeitig steigt die Nachfrage kontinuierlich und damit das Angebot mutmaßlich nachhaltiger Fonds. Nicht jeder Fonds macht jedoch die Welt automatisch ein bisschen besser, nur weil er Schlagworte wie ESG oder SDG im Namen verwendet. Es ist Vorsicht geboten vor intransparent gestalteten Produkten, die mehr Greenwashing sind, als glaubwürdiges Investment. So stellt sich die Frage, woran Anlegerinnen und Anleger echt nachhaltige Investmentfonds erkennen.

Das UmweltRating hilft echt nachhaltige Investmentfonds zu identifizieren

Dieser Frage hat sich die UmweltBank angenommen. Mit dem hauseigenen UmweltRating Geldanlagen beurteilt sie die einzelnen Fonds und vergibt Punkte auf Basis von zehn Nachhaltigkeitskriterien, die sie aus dem jahrelangen Dialog mit ihren Kundinnen und Kunden als wesentlich eingestuft hat. In Abhängigkeit der erreichten Punktzahl erfolgt dann die Einstufung in das UmweltRating. Zehn Punkte entsprechen dabei fünf Blättern und garantieren ein Maximum an Nachhaltigkeit.

Die Nachhaltigkeit der Investmentfonds wird anhand von 10 Kriterien überprüft und bewertet

Der Prüfprozess beginnt mit dem Abgleich der unternehmenseigenen Ausschlusskriterien. Investiert ein Aktienfonds beispielsweise in Unternehmen, die mit fossilen Energieträgern, Atomenergie oder Waffen Geld verdienen, wird dieser erst gar nicht in das Angebot der UmweltBank aufgenommen. Das gilt auch für Misch- und Rentenfonds, die in Staatsanleihen investieren. Hier gelten unter anderem Grenzwerte für den Primärenergieverbrauch oder die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags als Mindestvoraussetzung. Werden die geforderten Ausschlusskriterien kompromisslos, d. h. ohne Toleranzgrenzen, berücksichtigt, erhält der Fonds einen Punkt. Der zweite Schritt umfasst die Prüfung von Positivkriterien. Sind solche für die im Portfolio enthaltenen Titel definiert und richtet der Initiator sie an ESG-Kriterien oder den SDGs aus, wird ein Punkt vergeben. Ein regelmäßiges Portfolio-Monitoring im Hinblick auf die ökologische und soziale Titelauswahl durch einen externen, unabhängigen Beirat ist ein weiteres Qualitätsmerkmal und sorgt für eine positive Bewertung im Rahmen des UmweltRatings.

Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass der Fondsinitiator in den aktiven Dialog mit den im Portfolio enthaltenen Emittenten tritt. Die UmweltBank belohnt diesen Dialog, indem Fonds einen Punkt erhalten, die auf Emittenten zugehen, die gegen Ausschluss- oder Positivkriterien verstoßen. Werden darüber hinaus Stimmrechte für alle gehaltenen Wertpapiere auf der Hauptversammlung ausgeübt, hat das ebenfalls eine positive Bewertung zur Folge.

Mit einem aktiven Bekenntnis zur Nachhaltigkeit kann ein Fonds weiter punkten – beispielsweise durch die Unterzeichnung von Transparenzkodizes wie Eurosif oder die von den Vereinten Nationen unterstützte Initiative „Principles for Responsible Investment“ (PRI). Auch externe Bewertungen von unabhängigen Experten fallen beim UmweltRating positiv ins Gewicht. Berücksichtigt werden unter anderem Auszeichnungen von Öko-Test, oder ECOreporter sowie Siegelbewertungen vom FNG.

Die UmweltBank betrachtet zudem die Kostenquote. Ist diese gering, bleibt mehr Geld übrig, um ökologische und soziale Projekte oder Unternehmen zu unterstützen. Liegt die Kostenquote – ohne Transaktionskosten – unter 2,5% (Aktien-/ Misch-/ Mikrofinanzfonds) bzw. 1% (Exchange-Traded-/ Index-/ Rentenfonds) erhält der Investmentfonds einen weiteren Punkt. Aber nicht nur der ökologische und soziale Beitrag des einzelnen Fonds ist relevant, um einen Punkt zu erhalten, sondern auch die gesamte Geschäftstätigkeit des Initiators. Denn nur wenn diese hinsichtlich ökologischer und sozialer Aspekte glaubwürdig ist, mündet dies in einer positiven Bewertung im Rating. Die letzte Möglichkeit im UmweltRating zu punkten besteht darin, im Verkaufsprojekt explizit Wertpapierleihgeschäfte auszuschließen. Aus Sicht der UmweltBank begünstigen Fonds mit derartigen Geschäften unnötige Spekulationsvorhaben.

Transparenz ist für die Anlageentscheidung wichtig

Mit ihrem Ratingansatz überprüft die UmweltBank regelmäßig ihr Fondsangebot sowie potenzielle Neuaufnahmen und legt die Ergebnisse offen. Die Darstellung der Nachhaltigkeit erfolgt durch Blätter – wobei gilt: je mehr, desto besser. Damit vereinfacht und erleichtert das Rating mittels Vergleichbarkeit die Anlageentscheidung. Da die Bewertung Schritt für Schritt nachvollziehbar ist, schafft das UmweltRating Geldanlagen die notwendige Transparenz. Denn am Ende zählt nicht der schöne Name eines Produkts, sondern dessen nachhaltiger Impact.

Hier erfahren Sie mehr über das UmweltRating Geldanlagen der UmweltBank.

www.umweltbank.de/info/umweltrating-geldanlagen

Dieser Artikel wurde zuerst in der Ausgabe 235 der Börsen-Zeitung veröffentlicht.