Die Deutschen sparen gerne. Fast 7 Billionen Euro hatten sie laut Deutscher Bundesbank im Jahr 2020 auf der hohen Kante. Ein Großteil davon liegt jedoch auf dem Girokonto oder auf Sparkonten wie dem Tages- und Festgeld. Früher waren diese Konten meist noch gut verzinst. Doch wegen der Niedrigzinsen der letzten Jahre sind diese Zeiten längst vorbei. Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins inzwischen erhöht, der u. a. für die mauen Sparzinsen verantwortlich war. Doch im Gegensatz zu Kreditzinsen steigen die Guthabenzinsen nur moderat.

Oft zahlen Kund_innen sogar noch drauf, denn die hohe Inflation nagt am Guthaben. Die Ersparnisse der Anleger_innen verlieren also immer mehr an Wert. Bessere Ertragschancen bieten da Wertpapiere. Doch mit ihnen können sich viele Sparende nicht so recht anfreunden. „Das ist nur etwas für Zocker“ oder „Aktien und Fonds sind mir zu unsicher“ – solche Aussagen hört man oft, wenn das Thema im Freundes- und Familienkreis diskutiert wird. Doch das stimmt so pauschal nicht. Zwar besteht immer ein höheres Risiko als bei Sparkonten. Vor allem Fonds können sich aber für Neulinge eignen. Unsere Tipps helfen Ihnen beim Einstieg.

Tipp 1: Je breiter gestreut, desto besser

Sie müssen Ihr angespartes Geld nicht komplett in Wertpapiere investieren. Je mehr Sie es auf unterschiedliche Anlageformen verteilen, desto krisensicherer ist Ihr Vermögen investiert. Das könnte zum Beispiel so aussehen: Sie parken Geld für alltägliche und unerwartete Ausgaben auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto, haben sicher angelegte Rücklagen auf einem Festgeldkonto und tätigen chancenorientierte Investitionen in Wertpapiere mit dem Vermögen, das Sie auch langfristig entbehren können (mehr dazu in Tipp 4). Wie stark Sie die verschiedenen Anlagen gewichten, hängt von Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft ab.

Auch wenn es bei Wertpapieren keine Renditegarantie gibt, können Sie das Risiko eingrenzen: Vor allem für Einsteiger_innen gelten Investmentfonds, zum Beispiel Aktien-, Misch- oder Rentenfonds, als vergleichsweise solide. Mit Fonds investieren Sie nicht in einzelne Unternehmen wie bei Aktien oder Anleihen, sondern kaufen Anteile von vielen verschiedenen Unternehmen gebündelt. Das streut das Risiko: Sinken die Kurse einzelner Unternehmenswerte, fällt das nicht so stark ins Gewicht. 

Tipp 2: Kaufen Sie nur, was Sie auch verstehen

Es braucht keine Bankausbildung, um in Wertpapiere zu investieren. Dennoch sollte jeder Einsteiger und jede Einsteigerin die eigene Geldanlage verstehen. Nur wenn Sie wissen, wie die Börse, ein Depot und das gewählte Wertpapier funktionieren, ist es ratsam, Geld zu investieren. Alles allein machen, müssen Sie aber nicht: Bei aktiv gemanagten Fonds wählt ein Fondsmanagement die enthaltenen Titel aus, gewichtet sie und schichtet sie ggf. um. Anders verhält es sich bei ETFs, zu Deutsch börsengehandelte Indexfonds. Diese beinhalten genau dieselben Aktien wie der zugrunde liegende Aktienindex, beispielsweise der DAX. Der ETF entwickelt sich also immer genauso.

Darum bietet die UmweltBank keine ETFs an

Weil sie weniger kosten als aktiv gemanagte Fonds, sind ETFs beliebt. Zum nachhaltigen Traden eignen sie sich (zumindest derzeit) aber nur bedingt: Zwar gibt es viele Indexfonds – oft mit Namenszusätzen wie SRI, kurz für Socially Responsible Investment, oder ESG, kurz für Environmental, Social, Governance, also Umwelt, Soziales, Unternehmensführung – die sich als nachhaltige ETFs bezeichnen. In der Realität ist es aber oft so, dass sie nur besonders kritische Unternehmen eines Index ausschließen. Werfen Sie keinen genauen Blick auf die Inhalte, kaufen Sie trotzdem Wertpapiere von Unternehmen, die Atomkraft, Rüstung oder Kinderarbeit unterstützen. Derzeit kann kein ETF unsere strengen Anforderungen erfüllen. Doch der Markt entwickelt sich stetig weiter. Wir behalten das Thema grüne ETFs daher im Blick.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie auch in Tipp 5.

Tipp 3: Regelmäßig sparen kann sich lohnen

Sie können keine größere Summe entbehren, um sie zu investieren? Statt einmalig einen höheren Betrag in Fonds zu stecken, können Sie auch regelmäßig kleinere einzahlen: Mit einem Fondssparplan entscheiden Sie flexibel, wie oft und wie viel Sie sparen. Bei der UmweltBank besparen Sie Fonds beispielsweise bereits ab 25 Euro pro Monat. Die folgende Grafik zeigt beispielhaft auf, wie viel Anlegerinnen und Anleger investieren können, die monatlich 75 Euro in einen Sparplan stecken.

Übrigens: Beim Fondssparen profitieren Sie möglicherweise auch vom sogenannten Cost-Average-Effekt (deutsch: Durchschnittskosteneffekt). Wenn Sie jeden Monat eine gleichbleibende Summe investieren, kaufen Sie je nach aktuellem Kurs des Fonds mal mehr, mal weniger Anteile. Ist der Kurs niedrig, kaufen Sie also mehr Fondsanteile.

Fondssparen Beispielrechnung | Foto: UmweltBank

Tipp 4: Langfristig denken, Panikkäufe vermeiden

Täglich Börsenkurse checken, Wirtschaftsnachrichten lesen und bei Kursveränderungen schnell reagieren: Vor allem der Aktienkauf kann je nach persönlicher Strategie stressig sein. Gerade für Neulinge gilt dagegen die sogenannte Buy-and-Hold-Strategie als sinnvolle Taktik, die sich auch bei Fonds gut eignet. Dabei kaufen Sie die Wertpapiere, die Sie sich nach eingehender Recherche ausgesucht haben und lassen Sie dann über lange Zeit im Depot – über Jahre oder sogar Jahrzehnte.

Der Vorteil: Fallende Kurse sitzen Sie gelassen aus und kommen nicht in Versuchung, eventuell voreilig zu verkaufen. Dadurch kann der Fonds nach und nach wachsen – vor allem, wenn Kursgewinne direkt wieder investiert werden, wie es bei sogenannten thesaurierenden Fonds der Fall ist.

Tipp 5: Keine Klimasünder ins Depot holen

Inzwischen ist vielen Menschen bewusst, dass sie mit dem Kauf von Wertpapieren möglicherweise auch Geschäftsmodelle unterstützen, die umweltschädlich oder ausbeuterisch sind. Die Nachfrage nach ethischen Investments wird dementsprechend immer größer. Doch noch ist Greenwashing weit verbreitet. Bislang fehlte es an einheitlichen Standards. Daran soll sich in Zukunft aber etwas ändern: Die EU hat mit einer Taxonomie-Verordnung, die voraussichtlich 2022 angewendet werden muss, feste Kriterien für nachhaltige Geldanlagen definiert. Und auch die EU-Offenlegungsverordnung verpflichtet Finanzdienstleister dazu, klar aufzuzeigen, wie nachhaltig ihre Produkte sind.

Übrigens: Mit unserem eigenen UmweltRating legen wir schon seit langem transparent offen, wie nachhaltig unsere Produkte sind. Mehr Infos finden Sie unter www.umweltbank.de/umweltrating

Ob Sie Ihr Geld auf Sparkonten parken, chancenorientiert in Wertpapiere investieren oder vielleicht in eine Immobilie stecken – am Ende ist es wichtig, vorab alle Vor- und Nachteile zu kennen und sie abzuwägen. Da vor allem klassische Sparanlagen derzeit keinen Ertrag bringen, kann ein Blick über den Tellerrand dennoch sinnvoll sein.

Eine Übersicht über die Fonds der UmweltBank finden Sie unter www.umweltbank.de/fonds

Hinweise:

Die UmweltBank gibt keine Empfehlungen zum Erwerb, Halten oder Verkauf einzelner Finanzinstrumente (Anlageberatung i.S.d. § 2 Abs. 8 Satz 1 Nr. 10 WpHG). Der Kurs der Fondsanteile unterliegt Schwankungen und kann – vor allem bei einer negativen Wirtschafts- oder Börsenentwicklung – auch dauerhaft und sehr deutlich unter dem Kaufkurs liegen. Der Fonds ist nicht geeignet für Anleger_innen, die eine risikolose Anlage anstreben oder die ihr Geld innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren aus dem Fonds wieder zurückziehen wollen.