Schon seit 30 Jahren gibt es die Elterninitiative KuK e.V. in einem Hinterhaus in der Roritzerstraße in Nürnberg. In der Kindertagesstätte spielen und toben Kinder ab sechs Monaten. Doch dann wurde der Mietvertrag nicht verlängert. Die Suche nach einer Ersatzimmobilie im angespannten Markt blieb erfolglos. Als Alternative bot die Stadt Nürnberg der Elterninitiative ein Grundstück in der Hohenbuckstraße an. Und so wurde der Verein unverhofft zum Bauherrn.

Aber es sollte nicht irgendein Gebäude entstehen. Das Grundstück hat genug Platz für einen schönen Garten und ist umgeben von Grünflächen und großen Bäumen. Die Natur sollte drinnen wie draußen spürbar sein. Darum entschied sich der Verein für ein modernes Holzhaus: Das Gebäude wird in Massivholzbauweise mit vorgefertigten Brettsperrholzelementen erstellt.

Holzhäuser punkten mit einer guten Öko-Bilanz

Im Gegensatz zum herkömmlichen Baustoff Beton hat Brettsperrholz eine hervorragende Ökobilanz: Brettsperrholz besteht aus Nadelholz aus europäischen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Holz wächst von allein, absorbiert dabei Kohlendioxid aus der Atmosphäre und speichert es, statt es wie bei der Zementherstellung in die Atmosphäre abzugeben. Die Produktion und Bearbeitung von Brettsperrholzelementen kostet nur wenig Energie. Sollte das Haus irgendwann nicht mehr benötigt werden, kann das Brettsperrholz sogar wiederverwertet werden.

Ein gesundes und natürliches Raumklima

Im Inneren des neuen Kindergartens wird das Holz sichtbar sein und damit zu einer behaglichen Atmosphäre beitragen. Insgesamt zahlt der Baustoff Holz auf ein gutes Raumklima ein. Denn Brettsperrholz wird auf eine geringe Holzfeuchte getrocknet und besitzt die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und zu puffern. Gleichzeitig tragen der hohe Massenanteil und die große spezifische Feuchte- und Wärmespeicherfähigkeit der eingesetzten Nadelhölzer zur Regulation des Raumklimas bei. Dadurch steigt die Temperatur selbst an heißen Sommertagen in der zukünftigen Kita nicht zu sehr an.

Gründach: Mehr als nur schön anzusehen

Wärmedämmend ist auch das geplante Gründach: Das Flachdach soll vollständig mit extensiver Dachbegrünung versehen werden. Gründächer wirken im Winter als Wärmedämmung und im Sommer als Hitzeschutz.

Die sommerlichen Temperaturen liegen in einem begrünten Gebäude im Schnitt
rund 3 bis 4 °C unter denen eines unbegrünten.

Außerdem entstehen auf dem Dach dauerhafte Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die Rast-, Futter-, Nist- und Brutgelegenheiten benötigen. Die Dachpflanzen filtern zudem Feinstaub und Luftschadstoffe heraus, und bauen sie ab. Letztlich senkt das Wachstum der Pflanzen die CO2-Belastung, indem das Treibhausgas dauerhaft gebunden wird.

Zu guter Letzt wird das gesamte Gebäude über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt, die völlig ohne fossile Brennstoffe auskommt. Dass alle Räume mit Fußbodenheizung ausgestattet sind, wird die kleinen Füße der Kita-Kinder ganz besonders freuen.

Das neue Kinderhaus soll schon im März bezugsfertig sein. Es bietet genug Platz für insgesamt 74 Kinder. Die UmweltBank finanzierte den Bau dieser neuen Räumlichkeiten.